Hartmut Woerrlein Hartmut Woerrlein

Blogeintrag #2: Von Fakten und Meinungen. Von subjektiv zu objektiv zu objektivierbar…?

Nein: ich werde hier nicht über die Qualität der Medien in Deutschland schreiben. Lästern werde ich auch nicht. Ich selbst habe Ende letzten Jahres mein eigenes Media-Detox-Programm gestartet. Kann ja jeder machen wie er will. Für mich passt das. Ich muss nicht mehr über so viele Dinge nachdenken, die angeblich passiert sind und bei denen ich dann unbewusst und meistens auch ungewollt zu grübeln beginne. Manches von dem angeblich Passierten beginne ich dann zu bewerten und nur allzu oft ärgere ich mich sogar über dieses oder jenes. Kann man machen, will ich aber nicht (mehr) machen. Aber wie gesagt: In diesem Beitrag geht es nicht um die Medien. Es geht um Gespräche zwischen Menschen. Um Kommunikation. Wäre es nicht schön, wenn wir mit unseren Mitmenschen öfter einer Meinung wären? Nein? Weniger Chancen, etwas vom anderen zu lernen? Hmm. Stimmt wohl. Erst durch unterschiedliche Sichtweisen können wir lernen und wachsen. Und nur durch wachsen können wir morgen (nachdem wir wiedermal etwas gewachsen sind) etwas mehr anbieten als noch vor ein paar Tagen. Macht das nicht unsere Gegenwart und die Interaktion mit uns wertvoller für andere und durch die unterschiedlichen Sichtweisen wertvoller für uns selbst? Eine echte Aufwärtsspirale wäre das. Doch was steht dem im Wege? Wenn ich die letzten Gespräche im Freundeskreis revue passieren lasse, dann entstand Reibung oft wegen unterschiedlicher Meinungen dadurch, dass die Beteiligten unterschiedliche Wissensstände hatten. Und was ich dann auch immer wieder feststelle ist, dass der Mensch nicht weiß, was er nicht weiß. Klingt komisch, ist aber so. Und weil das so ist, kann er auch nicht erkennen, wenn seine Meinung auf einer angenommenen Tatsache basiert, die keine Tatsache ist. Und dann passiert folgendes: Jemand argumentiert sehr engagiert für seine Sichtweise. Einer in der Gruppe widerspricht – hat also eine andere Meinung. Soweit so gut. Hätten beide den gleichen Wissensstand, dann wäre zwar nicht unbedingt eine gleiche Meinung die Folge. Zumindest wären aber die Chancen deutlich höher, zu einer qualifizierteren Meinung zu gelangen. Nennen wir Tatsachen „Fakten“, dann helfen wir der Konversation schon auf Sprünge Die einfache Frage „wie sehen denn die Fakten aus?“ kann da schon Wunder bewirken, ohne, dass sich einer der Teilnehmer angegriffen fühlt. Denn während man beim Begriff „Tatsache“ viel leichter geneigt ist, diese anzunehmen und interessanterweise auch, diese zu hinterfragen, ist das einfache Annehmen vermeintlich korrekter Inhalte ein subtiles Versteck für Unwahrheiten, aus denen sich dann aufreibende Gespräche entwickeln, die keinem etwas nützen und in der Regel unnötige Spannungen erzeugen. Unwohlsein in einer solchen Gesprächsatmosphäre ist nach meiner Beobachtung oft die Folge. Unnötig. Also her mit Fakten wann immer es geht. Ich selbst tappe allerdings dabei oft unbeabsichtigt in eine Falle. Wer Fakten fordert, wirkt schnell wie ein Besserwisser. Darauf bin ich mittlerweile zwar besser und besser vorbereitet. Dennoch erfordert es etwas mehr Anstrengung, in solchen Gesprächen voranzukommen.

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Blogeintrag #1: Warum das alles?

“Wenn jemand nicht weiß, zu welchem Hafen er segelt, ist kein Wind günstig.” – Seneca

Ich meine: Das Leben. Warum bin ich hier? Ich schreibe gerade diesen Blog. Warum bist Du hier? Du liest gerade diesen Blog. Aber warum schreibe ich ihn? Warum liest Du ihn? Warum tun wir das, was wir tun und nicht das, was wir tun sollten oder glauben, tun zu wollen? Ich knuspere seit vielen Jahren an dieser Frage herum. Am Anfang mehr im Sinne von „Warum tut dieser oder jener Mensch das, was er tut und nicht das, was er oder sie tun sollte oder glaubt tun zu wollen? Was treibt Menschen an? Und wer kann schon sagen, was jemand tun sollte? Und warum sollte er das tun? Ich habe lange gebraucht, um mich einer Antwort zu nähern. Sie mag nicht perfekt sein. Aber es ist meine Antwort und sie scheint mir sehr schlüssig. Sie mag nicht Deine Antwort sein aber Deine Antwort, die nur für Dich gilt und vielleicht sogar ebenfalls sehr schlüssig und stimmig zu sein scheint aus Deiner Sicht, folgt bestimmt dem gleichen Grundgedanken. Also: Was treibt Menschen an?

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